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Streitschlichtung am GadSA

Zielsetzung

Foto von zwei sich zur Versöhnung gebender Hände
Das Ziel ist die selbstständige und eigenverantwortliche Regelung von Streitigkeiten der Schülerinnen und Schüler untereinander.

Selbstverständnis

Das Auftreten von Konflikten in der Schule ist selbstverständlich. Diese zu ignorieren ist nicht möglich, vor allem aber nicht erstrebenswert. Werden Konflikte aus welchen Gründen auch immer zugedeckt, führt das automatisch zu weiteren Aggressionen, Enttäuschungen, Wut und somit zu neuem Konfliktpotenzial und Gewaltanwendung aufseiten beider Kontrahenten.

Die Strukturen/Stufen von Gewalt – Gewalt hier verstanden als Form jeglicher Attacke auf Mitschüler – sind jedoch zu unterscheiden:

  • harmlose alltägliche Streitereien/Rangeleien, wie sie fast alltäglich vorkommen und die Schüler durchaus allein regeln können;
  • als kriminell zu bewertende Gewaltanwendung (Erpressung, schwere Körperverletzung, Waffenbesitz etc.), wie sie am GadSA so gut wie nie auftritt, bei der aber schulische Streitschlichtung nicht genügen kann;
  • dazwischen scheinbare »Kleinigkeiten« wie permanente Hänseleien ausgewählter Mitschüler, Ausschließen derselben aus Spielen, Wegnehmen von Sachen, Auslachen, Einschüchtern etc., die zu großen psychischen Belastungen der Betroffenen führen können, wobei sich diese oft bemühen, »cool« zu erscheinen und ihre Betroffenheit in sich zu verschließen. Das gelingt meist jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum, bevor der angestaute Frust zur Explosion kommt und  wiederum zu Gewaltanwendung führen kann.

Daher ist es unser Anliegen, einen Weg der Schlichtung anzubieten, der entwickelte Aggressionen und Spannungszustände auflöst und dabei den jeweiligen Kontrahenten die Chance lässt, ihr Gesicht zu wahren, so dass sie es nicht nötig haben, sich durch Rache oder Vergeltung neu zu beweisen. Das kann gelingen durch Erlernen und Trainieren einer bestimmten Streitkultur.


Streitkultur

Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass konstruktives Streiten ein Gewinn sein kann, wenn eine »Gewinnsituation« für beide Seiten hergestellt wird. Sie erfahren, dass ihnen zugetraut und zugemutet wird, ihren Konflikt zu benennen und ihre eigene Rolle dabei zu erkennen, seine Ursachen – ohne Schuldzuweisung! – zu reflektieren und Lösungen selbst zu entwickeln.

Sie geben nicht in der Hektik einer kurzen Pause oder vor der ganzen Klasse ihren Konflikt bei einem Lehrer ab, der oft aufgrund von Zeitnot gezwungen sein wird,  den Schülern eine schnelle pragmatische Lösung »überzustülpen«, sondern sie finden im Rahmen der Streitschlichtung die Gelegenheit, in aller Ruhe ihr Problem darzustellen, in der gleichen Ruhe die Perspektive des anderen wahrzunehmen und nachzuvollziehen.


Organisation der Streitschlichtung am GadSA

Deshalb bietet das GadSA eine offizielle Streitschlichtung an. Vorgesehen sind zwei Stunden pro Woche. Bei Bedarf können individuelle Termine vereinbart werden. Als Schlichtungsraum dient die Schülerbücherei. In der Regel finden die Schüler im Verlauf einer Stunde einen Weg aus ihrem Konflikt, und zwar im Rahmen eines festgelegten Schlichtungsgesprächs.


Das Schlichtungsgespräch

Foto von Schülern im Gespräch

Die Mediation verläuft in vier Schritten

  • Einleitung der Schlichtung (Festlegen von Gesprächsregeln, Erklärung zum Ablauf der Schlichtung, Zusicherung von Vertraulichkeit);
  • Klärung der Standpunkte beider Kontrahenten zu ihrem Konflikt;
  • Herausfiltern einer Lösung (Was kann ich tun? Was wünsche ich mir vom anderen?);
  • Festhalten dieser Lösung in einer schriftlichen Vereinbarung (Schlichtungsformular).

Der anwesende Schlichter organisiert und begleitet dabei lediglich die Schlichtung. Die Lösung liegt in der Eigenverantwortung der Schüler.

Ansprechpartner

Gerburg Thiel